Ist die Wachablösung im Saalfelder Frauenfußball nur eine Momentaufnahme?
Saalfeld. Der 1. FFC Saalfeld platziert sich nach dem Thüringenliga-Aufstieg erstmals vor den Titans. Warum beim FFC trotz des Erfolgskurses keiner von höheren Sphären spricht.
PRESSEBERICHT von Peter Scholz (OTZ)

Nein, Thomas Persike ist dennoch zufrieden: „Platz fünf ist aller Ehren wert, auch wenn wir es am Ende der vergangenen Saison in der Hand gehabt hatten, sogar auf das Podest zu klettern“, sagt der Trainer der Fußballerinnen des 1. FFC Saalfeld. Doch am letzten Spieltag versagten in der Hitzeschlacht beim FC Carl Zeiss Jena III auch ein wenig die Nerven, zog man mit 2:6 den Kürzeren.
Dennoch: „Wir haben mit dem Erreichen der Meisterrunde unser Saisonziel erreicht“, so der engagierte Coach, dessen Team zugleich so etwas wie eine Wachablösung im Saalfelder Fußball gelang: Denn während die in den vergangenen Jahren recht dominanten Spielerinnen der Saalfeld Titans aus unterschiedlichen Gründen konsolidieren und die Saison in der Platzierungsrunde beendeten, konnten die FFC-Frauen im Frühjahr immer Richtung Podest schauen.
Der große Vorteil der Kickerinnen vom Lok-Sportplatz in der Langenschader Straße: Einerseits konnte man personelle Ausfälle – wie zum Beispiel von Claudia Ludwig und Milena Glatz – gut kompensieren und andererseits trotz dieser personellen Schwierigkeiten regelmäßig gute Leistungen abrufen. Hinzu kommt noch eine bemerkenswerte Nachwuchskomponente: Immerhin sind sechs Spielerinnen beim FFC Saalfeld erst 15 Jahre, die sukzessive an den Frauenfußball herangeführt werden. Im Gegensatz zu einigen anderen Teams in der Liga ist es so dem Saalfelder Verein gelungen, kein einziges Spiel in der Saison abzusagen. Kein Wunder: Bemerkenswerte 29 Spielerinnen waren und sind in der ersten Mannschaft des FFC in der Thüringenliga spielberechtigt gewesen.
Ohnehin ist die Nachwuchsarbeit beim FFC Saalfeld ein Bereich, der immer größere Bedeutung bekommt. So werden die D-Juniorinnen in der kommenden Saison erstmals in der Thüringenliga um Punkte kämpfen. „2024“, erinnert sich Persike, „starteten wir in der E-Jugend mit gerade einmal vier Mädchen.“ Das zweijährige Engagement des Vereins und vor allem von Lucy und Christian Schalk trägt da offensichtlich einige Früchte.
In der kommenden Spielzeit plant man nun ein weiteres Projekt unter dem Namen Team2Punkt0. Hier will der Verein unter anderem 14- und 15-jährigen Spielerinnen, die bisher noch nicht den Sprung in die Thüringenliga geschafft haben, Trainings- und Spielmöglichkeiten abseits des Spielbetriebs geben.

